Fernabsatzgesetz – Was ist das?

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Das Fernabsatzgesetz wurde im Jahr 2000 eingeführt und soll vor allem den Verbraucherschutz stärken und verbessern. Durch das Fernabsatzgesetzt werden juristische Grundlagen zu Fernabsatzverträgen geregelt. Das Gesetz wurde nötig, da immer mehr Dienstleistungen oder Lieferverträge über Fernkommunikationsmittel abgeschlossen werden. Der Fernabsatzvertrag regelt juristisch in Deutschland einen Vertrag über die Lieferung von Waren oder die Erbringen von Dienstleistungen (beispielsweise die Vermittlung von Reiseleistungen gehört hier ebenfalls dazu). Die Besonderheit bei Fernabsatzverträgen ist der ausschließliche Abschluss zwischen Kunde und Unternehmer über ein Fernkommunikationsmittel.

Ein grundlegender Bestandteil des Fernabsatzgesetzes ist die Informationspflicht des Verkäufers gegenüber dem Käufer. Dem Kunden müssen Informationen wie die Identität, die Anschrift und die genaue Beschreibung und Eigenschaft der Ware zur Verfügung gestellt werden. Bei Fernabsatzverträgen wird dem Kunden durch das Fernabsatzgesetz ein grundsätzliches Widerrufsrecht gemäß § 3 Abs. 1 Satz 1 FernAbsG i. V. m. § 361a BGB eingeräumt. Dieses Widerrufsrecht gilt zwei Wochen nach dem Abschluss des Kaufvertrages.

Durch die Modernisierung des Schuldrechtes vor einigen Jahren wurde das Fernabsatzgesetz abgelöst. Pflichten und Rechte des Verbrauchers sind in derselben Form vorhanden. Diese sind seit der Reform in §§ 312b ff. BGB sowie in der BGB-Informationspflichten-Verordnung geregelt.

Unabhängig davon wo die Grundlagen zu Fernabsatzverträgen geregelt sind bringen sie im Vergleich zu vorher große Vorteile für den Verbraucher. Längst haben sich etliche Betrüger auf die Anonymität der Fernkommunikation eingestellt. Der Verbraucher erhält nun mehr ein Widerrufsrecht und der Verkäufer ist verpflichtet seine Identität offen zu legen. Dem Verbraucher wird somit ein zusätzlicher Schutz geboten und seine Rechte bei einem solchem Kaufvertrag werden immens gestärkt. Durch die Einführung des Fernabsatzgesetzes beziehungsweise dessen späterer Ablösung durch die Reform des Schuldrechtes wird in Geschäfte, welche über eine Fernkommunikation abgewickelt werden eine erheblich höhere Transparenz integriert. Diese war vorher quasi kaum gegeben und der Verbraucher wurde einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

Bildquelle: Markus Wegner/pixelio.de